Verlagsvorstellung FJB – Interview

Hallo zusammen,
damit ihr den Verlag besser kennen lernt habe ich ein Interview mit Sibylle Bachar und der Lektorin Sita Frey geführt. Viel Spaß dabei!

FJB ist ein Teil der großen Fischer Verlagsgruppe. In wie weit ist der Verlag FJB eigenständig
FJB ist als eigenes Label bei der Programmleiterin Dr. Julia Schade angedockt, die die unterhaltenden Programmkreise der S. Fischer Verlage betreut. FJB hat einen eigenen Vorschaukatalog und eine Marketingmanagerin, die sich allein um FJB-Titel kümmert. Die Programmplanung geschieht unabhängig von den Erwachsenen- und Kinderbuchlabels. FJB veröffentlich ca. 16-18 Hardcover pro Jahr (8-9 pro Programmzeitraum). Einige Bücher erscheinen später als Taschenbuch unter dem Label Fischer FTV. Mittlerweile haben wir auch jedes Programm 1-2 E-Onlys – das sind Kurzromane, Geschichten, Novellas, die zum Beispiel zu kurz für ein Buch sind und  nur als E-Book erscheinen. Im Hause Fischer ist FJB das „All-Age-Label“. Wir wollen Bücher machen, die junge Erwachsene, deren Eltern und deren Großeltern toll finden. Im Anhang findest Du einen Katalog mit unserem derzeitigen Programm.
Was sind die großen Unterschiede der Verlage? Abgesehen vom Programm.
Was meinen Sie mit Verlagen? Unterschiede zwischen den deutschen großen Verlagen? Tja, das kann man aus der Innensicht vermutlich schlecht sagen. Aber Fischer steht als ein großer Traditionsverlag natürlich immer für Qualitätsversprechen. Wir sind der Verlag von Thomas Mann und vielen Klassikern, die es zur Schullektüre gebracht haben. Heute stehen die drei kleinen Fische auch für gute Bücher und gute Unterhaltung. Und unseren Autoren garantieren wir natürlich eine optimale Betreuung. Denn letztendlich entstehen sehr viele Bücher auch aus einer guten Zusammenarbeit zwischen Autoren und Lektoren.
Was ist das besondere an der Zusammenarbeit mit Bloggern im Gegensatz zur anderen Presse?
Mit den Bloggern erreichen wir direkt die Zielgruppe, die sich oft eher  im Netz als in den Printmedien über Neuerscheinungen informiert.
Was raten Sie neuen Bloggern, wenn Sie mit Verlagen in Kontakt treten möchten? Was ist Ihnen wichtig?
Dass sie sich unbedingt über unsere Bedingungen informieren sollen:
Welchen Beruf haben Sie gelernt und welche Berufe findet man generell in Ihrem Verlag?
Ich bin gelernte Buchhändlerin. In unserem Verlag gibt es, wie in jedem Verlag, die Lektoren/innen, Hersteller/innen, Vertrieb/ Marketing Abteilung, Rechte/Lizenz-Abteilung, Presse und Öffentlichkeitsarbeit
Wir bilden zu Medienkauffrau/-mann Digital und Print aus.
Wie lange dauert der Prozess vom Kauf der (Übersetzungs)Rechte bis zum fertigen Buch i.d.R?
Der Produktionszeitraum beträgt zwischen 1 bis 2 Jahren. Wenn wir die Manuskripte bzw. die Rechte dafür einkaufen, handelt es sich meist um eine Arbeitsfassung, die vom Autor noch verändert wird. Bevor wir die Texte dann übersetzen lassen können, müssen wir also warten, bis Autor und der ausländische Lektor den Text freigegeben haben. Dies dauert für gewöhnlich noch mal ein paar Monate. Danach arbeitet der Übersetzer am Text. Hierfür müssen auch mind. 3 Monate eingeplant werden. Die Bearbeitung vom übersetzen Text wird dann in der folgenden Zeit vom Lektor gemacht. Danach müssen noch ca. 3 Monate für die eigentliche Herstellung des Buches (Satz, Korrektorat, Druck etc.) eingeplant werden. Parallel dazu sind der Umschlag und die Werbemittel gestaltet worden.
Bei Romanen von deutschen Autoren ist der Produktionszyklus natürlich etwas kürzer, da die Übersetzung wegfällt.
Bei Romanen, die sehnlichst von deutschen Lesern erwartet werden – Fortsetzungsromanen, Serien, Mega-Bestsellern – wird natürlich der normale Zeitplan komplett über den Haufen geworfen, und alle beeilen sich, damit wir möglichst zeitnah zu dem amerikanischen/englischen/schwedischen etc. Original erscheinen können. Wir sprechen dann von Schnellschüssen, die in weniger als 6 Monaten produziert werden. Dafür müssen aber alle Beteiligten (Übersetzer, Lektor, Hersteller, Korrektor) sprungbereit in den Startlöchern stehen und diesem Roman die absolute Priorität einräumen.

Welcher Buchmessetag ist generell der härteste?
Kann man so nicht sagen. Voll es ist meistens am Wochenende.
Nach welchen Kriterien entscheidet man ob ein Manuskript ” angenommen” wird oder nicht? 
Es gibt leider keine festen Kriterien für die Prüfung eines Manuskriptes. Das macht den Beruf des Lektors so spannend, aber leider auch so schwierig. Wichtig ist, dass man nicht subjektiv entscheidet, sondern überlegt, was „die Leser“ wollen. Der Text muss besonders sein, gleichzeitig aber den Massengeschmack treffen. Dafür schaut man sich natürlich immer Trends in der Gesellschaft und auf dem Buchmarkt an. Grundsätzlich muss ein Manuskript, das wir einkaufen, verschiedene Eigenschaften besitzen: eine gute Plotidee, sympathische Figuren – mit denen man sich möglicherweise auch identifizieren kann, eine gut verständliche und stilistisch schöne Sprache und einen Handlungsverlauf, der einen in seinen Bann zieht. Oft lesen wir zu mehreren Personen an einem Manuskript und tauschen uns aus. Wenn vier Leute im Lektorat von dem Text begeistert sind, ist die Chance größer, dass auch viele Leser den Text mögen.
Hat man überhaupt noch Lust Bücher zu lesen, wenn man sich den ganzen Tag damit beschäftigt? 
Na klar….
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