Verlagsvorstellung Carlsen – Interview mit einer Verlagsmitarbeiterin

Hallo zusammen und herzlichen Willkommen zum zweiten Tag der Verlagsvorstellung zum Carlsen Verlag!

Heute habe ich ein Interview mit einer Verlagsmitarbeiterin für euch!

Hilke Schenck hat sich meinen Fragen angenommen und für euch beantwortet.

In wie weit gehören Chicken House und Carlsen zusammen? Wie viele Abteilungen arbeiten für beide Verlage?
Chicken House ist, genauso wie der Königskinder-Verlag, ein Imprint von Carlsen mit einem eigenen Profil. D.h. es gibt eine eigene Programmleitung und ein eigenes Lektorat. Marketing, Presse, Vertrieb und Herstellung sind bei Carlsen eingebettet.

Wie kam es zum Impress Verlag?
Das digitale Imprint Impress entstand aus dem Wunsch, verstärkt mit deutschen Autoren zusammenzuarbeiten, neue Talente zu fördern und sich intensiver mit dem digitalen Markt zu beschäftigen. Auch sollten zu Anfang anhand des Imprints mehr Romane für die Bittersweet-Community publiziert werden, was auch weiterhin als Ziel verfolgt wird, dabei wird mittlerweile jedoch nicht nur in Richtung Fantasy gedacht.

Dürfen die Nicht-Ebook-Leser sich auf mehr Printbücher aus dem Verlag freuen?
Im Jahr 2016 sind bereits 16 neue Impress-Prints geplant, was bedeutet, dass in etwa jedes vierte E-Book auch eine gedruckte Version erhält. Impress versteht sich zwar immer noch primär als digitales Imprint, möchten aber eine Auswahl seiner Titel in Zukunft auch als Taschenbücher anbieten.

Bei Ihnen sind Harry Potter und die Biss-Reihe erschienen. Zwei riesen Erfolge. Alle kennen diese Bücher. Wie wird entschieden, welcher deutsche Verlag internationale Bücher veröffentlichen darf?
Einerseits bieten ausländische Verlage und Agenten die Rechte für ihre Bücher den deutschen Verlagen an, von denen sie glauben, dass das Buch dort gut aufgehoben ist. Die deutschen Verlage geben dann Angebote ab. Neben den finanziellen Konditionen sind für die Autoren und ihre Agenten oder Verlage entscheidend, ob das Buch zu diesem Verlag passt und ob es dort optimal präsentiert und beworben werden kann. Andererseits gucken auch deutsche Lektoren eigenständig nach tollen Büchern ausländischer Verlage und fragen dort an, wenn sie ein Buch gerne erwerben würden. Gerade die „Harry Potter“- und „Biss“-Romane sind einer guten Nase der Carlsen-Lektoren zu verdanken, die an diese Bücher geglaubt haben und sie gerne veröffentlichen wollten, lange bevor sie solche Erfolge waren.

Wie lange dauert der Prozess vom Kauf der (Übersetzungs)Rechte bis zum fertigen Buch i.d.R?
Das unterscheidet sich je nach Buch sehr. Gut eineinhalb Jahre müssen aber nach dem Kauf für Übersetzung, Lektorat und Herstellung eingeplant werden.


Welche skurrilen Leser-Wünsche gab es schon?
Da fällt mit momentan gar nichts ein. Die meisten wünschen sich die Fortsetzung beliebter Serien und Reihen oder Veranstaltungen mit bekannten Autoren – und das ist ja mehr als verständlich!

Hat man überhaupt noch Lust Bücher zu lesen, wenn man sich den ganzen Tag damit beschäftigt?
Ja! Als Verlagsmitarbeiter muss man viel lesen und das privat und nicht während der Arbeitszeit. Das ist in manchen Bereichen natürlich auch mit einem „Lesezwang“ verbunden. Lektoren müssen zu Hause Bücher prüfen, Pressereferenten die Neuerscheinungen kennen. Gerne zu lesen ist also eine sehr wichtige Voraussetzungen für die Arbeit in einem Verlag.

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