Meine Neuzugänge Februar 2017

Camp 21 – Grenzenloses gefangen durfte ich vorablesen. Nun durfte noch das “richtige Buch bei mir einziehen. Ich kann euch das buch nur wärmstens ans Herz legen! Meine Rezension findet ihr hier.
Herz über Klick ist das neuste Buch von Amelie Murmann und da ich ihre Bücher super gerne mag, musste es natürlich bei mir einziehen und ich habe es auch direkt verschlungen. Meine Meinung zur Geschichte findet ihr hier.
Auf Götterfunke – Liebe mich nicht war ich unglaublich neugierig. Auch dieses Buch habe ich schon gelesen, meine Rezension findet ihr hier.

Zimt & Zurück ist der zweite Teil der Trilogie. Den ersten Teil “Zimt und Weg” mochte ich unglaublich gerne. Deswegen freue ich mich sehr auf den zweiten Teil und hoffe sehr, dass das Buch mithalten kann. Meine Meinung zu Teil 1 gibt es hier.
Auf Ewig – Wenn Liebe erwacht habe ich mich riesig gefreut. Das Buch hört sich unglaublich gut an und auch das Cover ist ein Traum. Ich hoffe sehr, dass der Inhalt da mithalten kann.
Muss ich zu Rat der Neun – Gezeichnet noch groß was sagen? Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt, wie es mir gefallen wird und ob Veronica Roth mich hier überzeugen kann.

Secret fire – Die Entfesselten ist der Abschluss der Dilogie. Teil 1 fand ich super, sodass ich sehr gespannt bin auf den Abschluss. Meine Meinung zu Teil 1 findet ihr hier.
Monstersperma und Mister Torso gab es für wenig Tickets bei Tauschticket und da beide Bücher noch in meiner Sammlung fehlten, musste ich zuschlagen. Auch wenn mich Monstersperma nur sehr wenig anspricht, aber ich lasse mich überraschen.

  

Wie ihr wahrscheinlich wisst, bin ich ein großer Stephen King Fan. Von einem Amazon Gutschein musste ich mir daher Bücher von ihm zulegen. Somit rückt die Vervollständigung näher.

 

Bisher haben mich die Bücher von Markus Heitz nicht angesprochen, doch sein neustes Buch Des Teufels Gebetbuch hört sich unglaublich spannend an, sodass ich mich sehr auf mein erstes Buch von ihm freue.
Nachtvisionen ist über Tauschticket bei mir eingezogen. Es beinhaltet Kurzgeschichten von Stephen King und von George R.R. Martin, weswegen es einfach einziehen musste.

Verlagsvorstellung Arena Verlag – Interview mit Rainer Wekwerth

Hallo zusammen!
Ich habe heute ein Interview mit Rainer Wekwerth für euch!

Disclaimer: Ich habe das Interview am Telefon geführt. Ich musste es kürzen, weil es sonst viel zu lang wäre. Vielen lieben Dank Rainer Wekwerth für das tolle Gespräch!

Eine Vorstellung seiner Bücher findet ihr hier


Was ist das für ein Gefühl, wenn man sieht, dass die eigenen Bücher gut ankommen, wie bei der Labyrinth Trilogie?
Das ist natürlich toll, ein ganz tolles Gefühl. Man schreibt ja eigentlich immer Geschichten um Leser zu berühren. Man schreibt ja eigentlich nicht für sich selber, außer jemand der Tagebuch schreibt. Wenn man Geschichten schreibt, möchte man, dass sie irgendwie Freunde finden und wenn das natürlich so toll klappt, wie bei der Labyrinth Trilogie, wenn die Leser mit den Figuren richtig mitfiebern, wenn sie mir schreiben, wer sie berührt hat und wenn man dann auch noch Preise dafür gewinnt, ist das großartig. Vor allen Dingen, wenn man Jugendbuchpreise bekommt, d.h. alle wurden auch von Jugendlichen vergeben. Das waren Jugendliche, die in der Jury saßen und mein Buch gelesen haben. Das ist besonders toll, denn für die habe ich die Bücher geschrieben.

Du hast auch eine Kurzgeschichte in “Das Blaue im Himmel” veröffentlicht. Wie kam es dazu?
Arena hat mich gefragt, ob ich einen Beitrag zur Anthologie schreiben möchte. Es muss irgendetwas mit der Farbe blau zu tun haben. Der Titel für die gesamte Anthologie kam dann auch durch meine Geschichte. Ich hatte sofort den Gedanken von dem Mädchen, dass den Himmel sieht, aber eigentlich in der Gefängniszelle sitzt. Mir hat es riesen Spaß gemacht, das zu schreiben. Irgendwie war die Geschichte da. Ich glaube, dass die Geschichte mich ausgesucht hat und nicht ich sie.
Ist eine Kurzgeschichte eine andere Herausforderung als ein ganzes Buch?
Die Herausforderung ist eine ganz andere. Ich vergleiche das immer mit fotografieren und einem Film drehen. Wenn man eine Kurzgeschichte schreibt, ist das eine Momentaufnahme, das ist diese Szene, wo das Mädchen zum Strand runter geht und nachher löst sich die Szene auf in die Gefängniszelle. Aber das ist eine Momentaufnahme. Ein Roman ist wie ein Filmdreh, man muss alles im Blick haben. Es geht über einen viel längeren Zeitraum. Die Geschichte muss sich entwickeln, das tut eine Kurzgeschichte ja nicht, die ist so. Man muss seine Figuren im Griff haben, wie ein Regisseur seine Schauspieler. Man hat ein Drehbuch, das ist den Konzept und es ist eine ganz andere Herausforderung. Aber bei einer Kurzgeschichte muss jede Kleinigkeit stimmen. Bei einem Buch kann man auf 400 Seiten auch mal eine Länge drin haben oder es gelingt mal eine Szene nicht so. Bei einer Kurzgeschichte ist es wie mit einem Foto, dort darf auch nicht ein falscher Farbklecks oder ähnliches sein. Alles muss passen. Ich schreibe aber lieber Romane. Kurzgeschichten ist für einen Autor immer ein bisschen unbefriedigend, da man die Charaktere schnell wieder los lassen muss. Es ist schöner, wenn man sieht was aus den Menschen wird. Meine Romanfiguren sind meine Kinder und es ist natürlich schön, wenn ich weiß das es gut für sie ausgeht. 
Woher kommen die Ideen für Bücher?
Eigentlich weiß man das nicht so richtig. Es ist so, dass auf einmal die Idee da ist, woher die Idee kommt ist eigentlich nie ganz klar. Ich glaube. dass die Ideen sich die Autoren suchen und das auch nur dieser Autor die Geschichte richtig gut schreiben kann. Mein Buch passt zu mir. Ich habe einmal ein Buch geschrieben, das heißt “Die Leise Stimme des Todes”, da habe ich eine Idee konstruriert und ich behaupte bis heute, dass es mein schlechtestes Buch ist. Bei den besten Geschichten sind mir die Ideen zugeflogen. Die waren da und ich hatte das Glück sie schreiben zu können. Ich suche nicht nach Ideen, das machen viele Autoren. Ich suche aber nach Figuren. Bei der Labyrinth Trilogie sah ich nicht Jenna sondern Jeb am Anfang vor mir. Dann hat sich um sie die Geschichte entwickelt. Bei Blink of Time war es ähnlich. Ich hatte die Protagonistin vor mir und habe darum die Geschichte entwickelt. 
Ich frage mich, wie es dazu gekommen ist, was die Protagonistin erlebt, was war vorher und was passiert jetzt. Vergleichen kann man das mit einem Wollknäuel. Man hat das Ende gefunden und wickelt das ganze dann auf und muss dann den Pullover daraus stricken. 
Was liebst du besonders am schreiben?
Am schreiben liebe ich die Freiheit, die es mir gibt. Ich kann alles sein was ich will. Wenn ich heute ein Sklavenhändler bin, kann ich morgen ein Mordkommissar sein und übermorgen ein junges Mädchen, das in der Zeit fällt. Ich kann sein wen und wann immer ich möchte. Ich kann all die Abenteuer erleben, die man gerne erleben möchte, aber wiederum auch nicht, weil es zu gefährlich ist. Ich bin praktisch mein eigener Film. Ich kann jeden Tag jede Neben- oder Hauptrolle übernehmen. Es ist der tollste Beruf der Welt. Dennoch ist es sehr viel Disziplin. Man muss jeden Tag stundenlang schreiben. Man hat ja Verträge, Abgabetermine, die eingehalten werden müssen und Erfolgsdruck, d.h. die Bücher müssen sich verkaufen. Gerade wenn man eine Reihe hatte, die sehr erfolgreich war. Man muss am Ball bleiben, denn neue Bücher kommen dazu. Man muss sich ständig neu beweisen und erfinden. Man muss sich immer weiter entwickeln. Autoren kann man mit Fußballern vergleichen. Es spielen so viele Fußball aber so wenig spielen in der Bundesliga. Fußballer und Autoren müssen sich immer wieder beweisen. 
Die Labyrinth Trilogie soll auch verfilmt werden. Es fehlt nur der Regisseur, der Rest steht. Aber das kann leider noch dauern.
Auch nach 20 Jahren bin ich nicht so weit mit dem schreiben aufzuhören. Ich habe immer noch große Lust und fühle mich zu jung zum aufhören.
Wie lange dauert es ein Buch zu schreiben?
Das dauert ca. 9 Monate. Ich benötige ca. 3 Monate für die Vorbereitung des Buches, also für das Exposé.  Wenn ich das habe, dauert es nochmal 6 Monate bis das Buch geschrieben ist und natürlich lektoriert und so weiter ist. Dann geht es weiter mit dem nächsten Buch. Ich bin hauptberuflich Schriftsteller, daher muss das so sein. Die aktuellen Bücher werden vor allem gekauft, daher hört man nie auf. Aber Bücher spiegeln den Zeitgeist von daher ist das auch gut so. 
  



Arena Verlagsvorstellung – Vorstellung des Autors Rainer Wekwerths inkl Leseprobe

Hallo zusammen!

Heute möchte ich euch wieder einen Autor vorstellen, dieses Mal Rainer Wekwerth!

Seine Bücher:



Inhalt zum ersten Teil:
Das Labyrinth. Es denkt. Es ist bösartig.
Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt.
Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren.
Aber das Labyrinth kennt sie.
Jagt sie.
Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen:
Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst.
Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore.
Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein.
Meine Meinung zum ersten Teil:
„Das Labyrinth erwacht“ ist ein grandioser Trilogie Auftakt! Mich hat das Buch zu 100% begeistert! Besonders toll sind die Charaktere, die so facettenreich und unterschiedlich sind. Außerdem bietet es eine tolle Welt und viel Spannung. Eine ganz klare Leseempfehlung!
Die ganze Rezension findet ihr hier.

Inhalt:
Sarah Layken flieht vor der Realität – doch vor welcher?
Ein Junge will ihr helfen – doch woher weiß er von ihrem Problem?
Kein Leben ist wie das andere – doch welches ist das richtige?
Um das richtige Leben zu finden, um ihre Liebe wiederzutreffen, um ihren Bruder vor einem Unglück zu bewahren, muss Sarah Layken die gleiche Situation wieder und wieder durchleben. Sie kann sich immer wieder für ein neues Leben entscheiden, aber sie kennt vorher niemals den Preis, den sie dafür bezahlen muss.
Meine Meinung:
Wieder einmal konnte Rainer Wekwerth mich begeistern. “Blink of Time” ist eine schnelle, spannende Geschichte mit tollen Protagonistin. Ein klares MUST READ für alle, die spannende, actionreiche Geschichten mit einer tollen Idee mögen!
Die ganze Rezension findet ihr hier.

 
Inhalt zum ersten Teil:
Lara will ein paar aufregende Tage in Berlin verbringen. Doch hinter der Fassade der Großstadt verbirgt sich eine Welt, in der dunkle Kreaturen einen verbitterten Kampf austragen. Als Lara Damian kennenlernt, weiß sie nicht, dass sich durch ihn eine alte Prophezeiung erfüllen soll. Ein düsteres Familiengeheimnis legt sich wie ein Schatten über die beiden und bedroht ihre Liebe und ihr Leben.
Außerdem hat er eine Kurzgeschichte zu diesem Buch beigetragen:
Als Nubia erwachte, war es still. Weder in der Hütte noch im Dorf waren Geräusche zuhören. Selbst die Hunde schliefen. Neben ihr schlummerten ihre jüngeren Geschwister

Akin und Imara. Direkt vor dem Lehmherd lag ihre Mutter mit dem Baby, das drei Monate zuvor auf die Welt gekommen war. Ihre Eltern hatten den neuen Sohn Dayo genannt, große Freude – er war ihre Hoffnung auf ein neues Leben hier im Dorf, nachdem sie die Hauptstadt vor einem Jahr verlassen hatten.
Nubia kannte den Grund der Flucht nicht genau. Erwachsene sprachen mit einer Vierzehnjährigen nicht über solche Ereignisse, aber sie hatte Gespräche zwischen ihrem Vater und ihrem Großvater belauscht, bevor sie fliehen mussten. Von Krieg und Machtwechsel war die Rede gewesen. Von einer Militärregierung, die alle politischen Gegner gnadenlos verfolgte und tötete. Großvater hatte noch unter dem alten Präsidenten gedient, als Minister hatte er ein hohes Amt bekleidet, aber dann hatte sich ein neues Regime an die
Macht geputscht und man hatte ihn verhaftet. Seitdem war er spurlos verschwunden, und obwohl ihr Vater nie ein Wort darüber verlor, las sie in seinem Gesicht, dass er nicht glaubte, den alten Mann jemals lebend wiederzusehen. Mitten in der schwarzblauen Nacht hatten er und die Mutter die Kinder geweckt, und sie waren, auf einem

Lastwagen versteckt, aus der Hauptstadt geflohen. Weit weg an die Küste, wo sie niemand kannte, wo niemand wusste, dass ihr Vater der Sohn des berühmten Ministers Dikembe Mbola war. Zwar hatte dieser selbst keine politische Laufbahn eingeschlagen, aber als Rechtsanwalt seinen Teil zum Aufbau des Landes beigetragen, und er galt als Feind der neuen Machthaber. Ihr Vater lebte nun als einfacher Fischer mit seiner Familie unter einem indigoblauen Himmel. Nubia hatte sich an die neue Situation schnell gewöhnt, in der Schule fügte sie sich mit Leichtigkeit ein und sie mochte ihre Lehrerin. Das Leben am anderen Ende des Landes unterschied sich sehr von ihrem komfortablen Alltag in der Stadt mit all seinen Vergnügungen und den Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Hier am Meer war das Leben an die Gezeiten angepasst. An den Sonnenaufgang und -untergang. Es gab kein elektrisches Licht, keinen Fernseher, lediglich ein batteriebetriebenes Radio, aus dem Lieder erklangen, die von einer anderen Welt erzählten. 

Während die Tage und Wochen mit der neuen Dorfroutine verstrichen, beobachtete Nubia, dass ihr Vater ruhiger wurde. Und je mehr Ruhe ihr Vater ausstrahlte, desto mehr entspannte auch sie sich. War er anfangs noch jede Nacht bei dem kleinsten Geräusch hochgeschreckt und hatte die ganze Familie in Unruhe versetzt, so schien es Nubia nun, als habe er seinen Platz in der Gemeinschaft gefunden.
Die Männer im Dorf achteten ihren Vater, und obwohl er erst so kurz bei ihnen lebte, suchten viele seinen Rat oder kamen zu ihm, um über Dinge zu sprechen, die sie bewegten. Immer nahm sich ihr Vater Zeit für die Menschen, bot Essen und Trinken an. Nubia war über alle Maßen stolz auf ihn. Seine Wärme und sein Lächeln gaben ihr Mut und Hoffnung für die Zukunft. Oftmals nahm er sie in den Arm und sprach davon, dass jetzt ein neues Leben auf sie wartete. Ein Dasein im Sonnenschein und der Geborgenheit der Menschen, die mit ihnen lebten. »Kleine Wolke«, sagte er dann zu ihr. »Du wirst über
den Himmel ziehen und den Menschen Segen bringen.« Nubia wusste, ihr Vater wünschte sich, dass sie Ärztin wurde, und da er sich das so sehr wünschte, war es auch ihr Wunsch. Sie liebte ihren Vater, und in den Nächten, in denen er mit den Männern zum Fischen aufs Meer hinausfuhr, ging sie früh schlafen, damit sie am Morgen bei den ersten Strahlen der Sonne zum Strand laufen konnte, um ihm zu winken, wenn die Boote heimkehrten. Oft sangen die Männer an Bord fröhliche Lieder, dann wusste Nubia schon von Weitem am Ufer, dass sie einen guten Fang gemacht hatten. War es leise auf den Booten, wenn nur die Glut der schweigend gerauchten Zigaretten im morgendlichen Zwielicht glühte, dann war das Ergebnis der nächtlichen Arbeit dürftig und würde kaum reichen, die Familie satt zu machen. Aber selbst an solchen Tagen lachte ihr Vater. Er strahlte sie an, winkte ihr vom Bug des Schiffes zu und nahm sie in die Arme, sobald er auf den Steg gesprungen war. Da war Nubia glücklich und der Himmel über ihr vollkommen blau. Wie wird es heute sein?, fragte sie sich, erhob sich geräuschlos und schlich aus der Hütte. Draußen legte sie sich ein Tuch um die Schultern, die Nacht war frisch und der Morgen nur eine taubenblaue Ahnung am Horizont. Der Himmel über ihr war wolkenlos und es versprach ein schöner Tag zu werden. Die alte Ziege meckerte leise in ihrem Gehege, als Nubia sie im Vorbeigehen sachte kraulte. Ihre Mutter hatte erklärt, dass sie bald keine Milch mehr geben würde, dann müsse man sie schlachten und das Fleisch auf dem Markt im nächsten Dorf verkaufen. Selbst das Tier zu verspeisen kam nicht infrage, dazu war es viel zu wertvoll. Ihre Mutter hoffte, mit dem Erlös ein Zicklein erwerben zu können, das den Platz der alten Ziege einnehmen und eines Tages Milch liefern konnte. So waren sie unabhängig von den Preisschwankungen und dem Werteverfall. Nubia dachte über all das nach, während sie den Weg zum Strand hinunterspazierte. Das Dorf schlief noch. Nur aus wenigen Hütten drang der graublaue Rauch der ersten Herdfeuer. Fast immer lag wie heute auch ein herrlicher Geruch von Kochbananen in der Luft, dazwischen mischten sich der Duft von Yamswurzel und die Röstaromen von gebratenem Fisch. Nubias Magen zog sich knurrend zusammen, sie hatte am Abend zuvor nur eine Handvoll Reis gegessen. Bàbá wird uns einen großen Fisch fangen, dann essen wir heute Abend wie die Könige. Obwohl sie französisch erzogen worden war, sprach Nubia auch die Landessprache. Ihr Vater lachte immer, wenn sie Wörter verwechselte oder holprige Sätze formulierte, aber das machte ihr nichts aus, sie hörte gern sein tiefes, kehliges Lachen, das ihr das Gefühl von Geborgenheit und Glück gab. Der Pfad führte sie durch eine kleine Palmengruppe hindurch, dann breitete sich der leuchtende Strand vor ihr aus mit dem hölzernen Bootssteg, der auf so verrotteten Pfählen und Brettern ruhte, dass man fast Angst haben musste, durch eines der morschen Bretter zu fallen. Es waren noch keine Boote gelandet. Der alte Adjoa hütete im Sand ein loderndes Feuer, das er entzündet hatte, damit die Männer besser heimfanden. Seit Jahr und Tag saß er da, starrte in den himmelblauen Morgen und bat die alten Götter, über die Fischer zu wachen. Die Männer dankten es ihm, indem sie ihm einen Fisch abgaben, wenn der Fang reichte. Nubia ging zu ihm und setzte sich. »Guten Morgen, Aba«, sprach sie ihn mit dem alten Wort für »Vater« an. »Guten Morgen, Nubia. Sie sind noch nicht zurück.« »Ja, ich sehe es. Denkst du, heute ist ein guter Tag?« Der Alte hob die Nase in den Wind und schnupperte. »Jaja, sie werden einen ordentlichen Fang gemacht
haben.« Nubia war es ein Rätsel, wie er das machte, aber seine Vorhersagen trafen fast immer ein. Adjoa selbst behauptete, er könne das Wetter draußen auf dem Meer riechen und es verrate ihm all seine Geheimnisse. »Das freut mich.« »Gehst du fleißig zur Schule?« »Ja, Bàbá besteht darauf, er sagt, Bildung sei wichtig. Meine Mutter meint, dass ich lieber einen Fischer heiraten und wie alle anderen Frauen in der Hütte und auf dem Feld arbeiten soll. Bildung mache nur unglücklich, weil man so erfahre, was man alles nicht haben kann.«
»Deine Mutter vermisst die große Stadt«, entgegnete der Alte. »Nimm es ihr nicht übel. Dort war sie eine angesehene Frau mit einem Haus und Dienern und nun …?«
»… leben wir in einem Dorf und sind glücklich.«
»Du gehörst nicht hierher.«
»Warum sagst du das, Aba?«
»Ich sehe deine weichen Hände, das Leuchten in deinen Augen. Jungen Menschen wie dir gehört die Zukunft. Du solltest studieren und Ärztin werden.Stattdessen wirst du Maniok zerstampfen, bis deine Haut so rau wie meine ist.«
»Ich lebe gern hier. Bàbá hat endlich einen Platz und Ruhe gefunden.«
»Schreit er noch immer im Schlaf?«
»Manchmal, aber nicht mehr so häufig.«
Nubia und der alte Adjoa hatten sich im Lauf der Wochen und Monate schätzen gelernt. Der Alte hatte keine Familie mehr im Dorf, und Nubia vermutete, dass er in ihr das Enkelkind sah, das er nicht mehr kennengelernt hatte, da seine eigene Familie auf der Suche nach Arbeit fortgegangen war. Er hatte nie wieder etwas von ihnen gehört. Für Nubia war er ein Ersatzgroßvater geworden, mit dem sie über ihre Sorgen und Ängste sprechen konnte, ohne dass ihre Familie davon erfuhr. Nubia blickte erneut zum Horizont. Erste rötliche Schimmer glänzten auf dem Meer. Bald würde alles in flüssiges Gold getaucht werden und ihr Vater mit den anderen Fischern in den Booten zurückkehren. Sie
seufzte voller Ungeduld.
»Der Himmel ist anders heute«, behauptete der Alte.
»Wie meinst du das, Aba?«
»Wind kommt und bringt Regen. Viel Regen.«
»Aber das ist doch gut für die Felder.«
»Ja, und dennoch. Der Himmel ist anders, als er sein sollte.«
Was meinte er bloß? Adjoa hatte sich einen Stock gegriffen und stocherte damit im Feuer herum. Funken stoben in die Luft und schwebten davon. Er legte neues Holz auf, die Flammen loderten und die Schatten zeichneten tiefe Furchen in sein Gesicht. Er sieht aus wie ein Geist.Vielleicht war er das sogar. Ein Geist aus der Vergangenheit, 
der von alten Zeiten erzählte. Ein kühler Hauch strich über Nubia hinweg und sie fröstelte. Tatsächlich, Wind kam auf. Eine Weile saßen sie schweigend und starrten ins Feuer, dann verfärbte sich der Himmel und es wurde heller. Lila Streifen tauchten die weit entfernten Wolken
in ein überirdisches Licht und dann kam die Sonne über den Horizont und mit ihr das tiefe Blau des Himmels. So unendlich wie das Meer. Nubia erhob sich, legte die Hand flach über die Augen und schaute angestrengt auf die See hinaus. Sie blickte von links nach rechts, aber von den Fischerbooten war nichts zu sehen.
»Aba, ich kann sie nicht entdecken.«
Der Alte rappelte sich auf und trat neben sie. »DerHimmel ist heute anders«, sagte er.
Warum wiederholt er das dauernd? Wo ist mein Vater? Warum sehe ich die Boote nicht, höre nicht den Gesang der Männer?
Angst machte sich in ihr breit, aber Nubia versuchte, ruhig zu bleiben. Es hatte in der Nacht keinen Sturm gegeben, alles war in Ordnung, die Männer hatten sich einfach nur verspätet. Vielleicht war ihnen auch ein richtig großer Fang geglückt, und es hatte länger gedauert, die Netze einzuholen. 
Ihre Augen brannten, während sie wieder und wieder das Meer absuchte. Dann entdeckte sie etwas. Im Osten, hoch am Himmel, war ein schwarzer Fleck aufgetaucht. Fast sah es aus, als habe der Himmel einen Riss bekommen. Der Fleck hatte ausgefranste Ränder, und noch während Nubia darauf starrte, wirkte es, als würde er größer. Langsam, aber unerbittlich wuchs er, wie Tinte, die über Papier fließt.
Das Schwarz war so intensiv, dass es das strahlende Blau verdrängte, es nahezu auslöschte, nur ein Schimmer leuchtete noch an den dunklen Rändern. 
»Aba, sieh mal, der Himmel. Was hat das zu bedeuten? «, rief sie aus. Aber als sie sich nach Adjoa umblickte,war der Alte verschwunden.
Wie konnte er gehen, ohne dass ich es bemerkt habe? Ihre Blicke flackerten fiebernd über den Sand, der jetzt nicht mehr leuchtete, sondern eine graue, matte Färbung bekommen hatte. Keine Fußspuren. Eben noch hatte er neben ihr gesessen und mit ihr gesprochen und jetzt war er weg. Das Feuer war erloschen, nur kalte, verkohlte Zweige zeugten noch von seiner Existenz.
Ich verstehe das nicht! Was geschieht hier?

Der Himmel über mir“ von Rainer Wekwerth aus: „Das Blaue im Himmel“, © Arena 2015 bitte inkl. Link zum Titel: http://www.arena-verlag.de/artikel/das-blaue-im-himmel-978-3-401-60109-0

Morgen gibt es ein Interview mit dem Autor! Schaut unbedingt vorbei! 






Rezension: Rainer Wekwerth – Blink of time

Hallo alle zusammen!
Rainer Wekwerth – Blink of time

Autor:  Rainer Wekwerth
Titel: Blink of time
Verlag: Arena
Seitenanzahl: 360
Format: Gebunden
ISBN: 978-3401600949
Preis: 16,99€
Bestellen könnt ihr es hier
Der Autor:
Rainer Wekwerth ist Autor aus Leidenschaft. Oft liest man, ein Autor habe sein Hobby zum Beruf gemacht. Rainer Wekwerth dagegen bezeichnet das Schreiben als Sucht: Er kann gar nicht anders.

Inhalt:
Sarah Layken flieht vor der Realität – doch vor welcher?
Ein Junge will ihr helfen – doch woher weiß er von ihrem Problem?
Kein Leben ist wie das andere – doch welches ist das richtige?
Um das richtige Leben zu finden, um ihre Liebe wiederzutreffen, um ihren Bruder vor einem Unglück zu bewahren, muss Sarah Layken die gleiche Situation wieder und wieder durchleben. Sie kann sich immer wieder für ein neues Leben entscheiden, aber sie kennt vorher niemals den Preis, den sie dafür bezahlen muss.

Meine Meinung:
Ich wusste bei diesem Buch gar nicht so richtig was mich erwartet. Auch die ersten Seiten ließen mich im dunkeln tappen. Auf einmal passierte dann aber etwas, dass mich in die Geschichte gezogen hat und mich umgehauen hat.
Die Geschichtete startet erst einmal ruhig. Man lernt Sarah Layken die Protagonistin erst einmal kennen. Ich mochte sie unheimlich gerne. Sie war sehr authentisch und hat mich wirklich begeistert. Ich wäre an ihrer Stelle wahrscheinlich nicht so cool gewesen. Sie hat die Situationen gut gemeistert. Ich konnte ihre Gefühle und Gedanken wirklich gut nachvollziehen. Im Laufe der Geschichte hat sie eine tolle Entwicklung durch gemacht. Auch Josh mochte ich unheimlich gerne. Er war anfangs sehr geheimnisvoll und dann super sympatisch. Er steht Sarah zur Seite und hilft ihr bei allen Situationen.
Die Grundidee des Buches ist einfach der Wahnsinn. Ich liebe das Thema unheimlich gerne. Welches es genau ist, möchte ich hier nicht schreiben, um nicht zu viel vorweg zu nehmen. Aber die Idee war großartig und hat so viele Möglichkeiten.
Die Spannung in diesem Buch war durch gehen wirklich groß. Ich wollte die ganze Zeit wissen warum?Warum passiert das alles und wie wird es ausgehen.
Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Es ist der gewohnte Rainer Wekwerth Schreibstil, der kurze Sätze beinhaltet, sodass man noch mehr durch das Buch rast. 

Fazit:
Wieder einmal konnte Rainer Wekwerth mich begeistern. “Blink of Time” ist eine schnelle, spannende Geschichte mit tollen Protagonistin. Ein klares MUST READ für alle, die spannende, actionreiche Geschichten mit einer tollen Idee mögen!

Meine Rezensionen erscheinen auch bei AmazonWasliestduLovelybooksGoodreads und Buecher.de

Rezension: Rainer Wekwerth – Das Labyrinth erwacht

Hallo alle zusammen!
Rainer Wekwerth – Das Labyrinth erwacht


Autor:  Rainer Wekwerth
Titel: Das Labyrinth erwacht
Verlag: Arena
Seitenanzahl: 408
Format: Gebunden
ISBN: 978-3401067889
Preis: 16,99€
Bestellen könnt ihr es hier
Der Autor:
Rainer Wekwerth ist Autor aus Leidenschaft. Oft liest man, ein Autor habe sein Hobby zum Beruf gemacht. Rainer Wekwerth dagegen bezeichnet das Schreiben als Sucht: Er kann gar nicht anders.

Die Reihe:
1. Das Labyrinth erwacht
2. Das Labyrinth jagt dich
3. Das Labyrinth ist ohne Gnade

Inhalt:
Das Labyrinth. Es denkt. Es ist bösartig.
Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt.
Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren.
Aber das Labyrinth kennt sie.
Jagt sie.
Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen:
Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst.
Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore.
Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein.

Meine Meinung:

Ich bin an das Buch ohne große Erwartungen gegangen, als ich dann aber angefangen habe es zu lesen, hat es mich total umgehauen.
Der Einstieg in das Buch ist super. Von Anfang an habe ich mich gefragt: Warum? Warum passiert das alles? Was genau passiert da gerade?
Zu Beginn lernt man erst einmal die Charaktere kennen, wobei das schwierig ist, denn sie wissen auch kaum etwas über sich. Nach und nach merkt man aber wie die Charaktere ticken und freundet sich mit dem einen mehr und mit dem anderen weniger an. Die Charaktere haben mir wahnsinnig gut gefallen. Sie sind alle sehr unterschiedlich und haben ihre eigenen Charakterzüge. Manche mochte ich von Anfang an unheimlich gerne, z.B. Jenna und Jeb. Andere mochte ich überhaupt nicht: Kathy und bei anderen bin ich mir sehr unsicher, was ich von ihnen halten soll, z.B. Léon.
Die Welt, in der das Buch spielt ist sehr geheimnisvoll. Man weiß nicht, wie groß die Welt ist, was es dort alles gibt und vor allem weiß nicht, wer dort noch lebt. Denn so viel steht fest, die Jugendlichen sind nicht alleine.
Durch diesen Faktor wird das Buch unheimlich spannend. Es ist sowieso schon total spannend, einfach weil man so wenig weiß. Dadurch dass die Jugendlichen aber nicht alleine sind, wird die Geschichte zu einem wahren Pagetuner. Ich hätte das Buch am liebsten in einem Rutsch durch gelesen.
Der Schreibstil des Autors hat mir gut gefallen. Er schreibt in sehr kurzen Sätzen, dennoch ist es sehr flüssig zu lesen. Ebenfalls sind die Kapitel sehr kurz, sodass der vertraute Gedanke aufkommt „Ein Kapitel geht noch“ und man dann deutlich mehr Kapitel gelesen hat.
Das Ende des Buches ist wirklich gemein, sodass ich direkt zu Teil 2 greifen werde.
Fazit:
„Das Labyrinth erwacht“ ist ein grandioser Trilogie Auftakt! Mich hat das Buch zu 100% begeistert! Besonders toll sind die Charaktere, die so facettenreich und unterschiedlich sind. Außerdem bietet es eine tolle Welt und viel Spannung. Eine ganz klare Leseempfehlung!

Meine Rezensionen erscheinen auch bei AmazonWasliestduLovelybooksGoodreads und Buecher.de