Blogtour – Hexenkinder von Sabine Bürger – Interview mit der Autorin

Hallo ihr Leseratten!
Heute macht die Blogtour zu “Hexenkinder” bei mir halt, nachdem ihr gestern bei Verena von “The Bookdealer und more” etwas zur Idee und Hintergrundgeschichte erfahren habt (hier). Beim dritten Stopp der
Blogtour, bei mir, erfahrt ihr mehr über die Autorin Sabine Bürger, denn ich habe sie interviewt.

 

Was
bedeutet das Schreiben für dich?
Schreiben bedeutet mir sehr viel. Es ist wie Essen und Trinken. Du
kommst eine kurze Zeit ohne aus, aber nie vollständig. Für mich ist es wie
Nahrungsaufnahme für Gehirn und Nerven: Du kannst ununterbrochen essen, ein
Zuviel ist ausgeschlossen. Im Gegenteil, es hält dich fit und rege. Hinzu
kommt, dass es mir sehr großen Spaß macht.

Wie aufregend war es für dich, ein Buch zu veröffentlichen? War es ein
Kindheitstraum?
Das ist für jeden Autor ein Riesending, ein absoluter Traum, wenn
man das erste selbst verfasste Buch in Händen hält. Mal ehrlich, welcher Autor
träumt nicht davon, nachdem er Jahre zuvor verbissen Seite um Seite mit seinen
Ideen gefüllt hat? Die Hoffnung, irgendwann zum Kreis der erfolgreichen Autoren
zu gehören, stirbt nie.
Allerdings war es bei mir nicht unbedingt ein Kindheitstraum. Meine
Aufsätze waren sehr schön in der Schule, aber an eigene Bücher habe ich erst
viel später gedacht. Ab 1995 nahm meine Vorstellung, irgendwann Bücher zu veröffentlichen,
konkrete Formen an. Ich besuchte fast drei Jahre eine fernmündliche
Schreibschule eignete mir die Grundlagen und das Handwerk des Schreibens an und
schrieb einfach weiter. Natürlich bedeutet es nicht, dass ich heute fehlerfrei
schreibe *lach*, aber es übt und schult tatsächlich.

Wie wichtig sind dir
Rezensionen zu deinem Buch?
Rezensionen sind wichtig. Sie spiegeln die Meinung der Leser wieder,
geben mir Anerkennung und deuten auf Fehler hin, die ich zukünftig vermeiden
kann. Selbstverständlich meine ich ernsthafte Rezensionen. Oberflächliche Beurteilungen
der Bücher oder absichtliche Verunglimpfungen des Autors gehören nicht dazu. Es
ist unmöglich, den Literaturgeschmack aller Leser zu treffen. Deshalb ist es vollkommen
in Ordnung, wenn es einmal nicht so ist. Ich persönlich freue mich besonders über
Rezensionen, die unmittelbar nach der Veröffentlichung eines Buches auftauchen.

Wie sieht dein Tag aus, wenn du schreibst? Hast du bestimmte Rituale?
Nein, bestimmte Rituale habe ich nicht. Ich versuche, jeden Tag
mindestens zwei bis drei Seiten zu schreiben. Trotz ernsthaftem Vorsatz gelingt
das nicht immer, weil mein Leben angefüllt mit Familie, immer Vorrang hat.
Nichts kann so wichtig sein, wie mein Mann, meine drei Kinder und meine sechs Enkelkinder.
Da kommt es schon vor, dass ich plötzlich nachts schreiben muss, weil ein
Termin drückt.
 
Welches sind deine Vorbilder? Im „normalen“ Leben als auch unter den
Schriftstellern?
Im normalen Leben bleibt meine Großmutter mein größtes Vorbild. Geprägt
durch zwei Weltkriege hat sie drei Kinder allein großgezogen, nie den Mut
verloren, war lebensfroh und herzlich bis zu ihrem Tod.
Vorbilder unter den Schriftstellern? So möchte ich das nicht nennen.
Ich bewundere Stephen King, bin ein Fan von Diana Gabaldon, möchte schreiben
können wie Ken Follett, um nur einige zu nennen, die mir gefallen. Das betrifft
aber nur ihr literarisches Schaffen, ihr Leben an sich kann ich nicht
beurteilen. Für mich gehört der Mensch, sein Handeln, Denken und Wirken dazu,
um ihn für mich zum Vorbild werden zu lassen.

Was liest du am liebsten?
Historische Romane, Krimis, Thriller, Familiengeschichten,
Humoriges, Frauenschicksale – einfach alles, was spannend und gut geschrieben
ist. Bücher sind nie vor mir sicher, ich verschlinge sie.
Wo
schreibst du?
Normalerweise in meinem Arbeitszimmer am Schreibtisch. In letzter
Zeit auch häufiger auf dem Sofa vor dem Kamin, weil es dort wärmer ist, den
Laptop auf den Knien, versunken in meine Geschichten und nicht ansprechbar. Im
Sommer sitze ich allerdings gern im Grünen. Umgeben von Vogelgezwitscher und
frischer Luft. Ein wunderbares Gefühl.

 
 Hattest du schon einmal eine Schreibblockade und wenn ja, was hilft dagegen?
Schreibblockade möchte ich es nicht nennen. Eher Unlustattacken und null
Bock (so drücken es doch die Kinder aus?) auf Geschichten, die ich nach dem
Durchlesen unmöglich fand. Manchmal fehlt mir danach die Motivation. Das dauert
aber höchstens zwei Tage, dann ziehe ich mich allein aus dem Sumpf, bevor ich
darin ertrinke. Mein Ziel ist es, noch viele Bücher zu schreiben, das verliere
ich nie aus den Augen. Das hilft.  
Hast
du einen Tipp für alle die mit dem Schreiben anfangen wollen?
Üben und Freunden vorlesen. Sollten sie es gut finden, wovon ich
ausgehe, dann einen befreundeten Autor fragen, evtl. lektorieren lassen und
einen Verlag suchen. Heute glaubt mittlerweile jeder, schreiben zu können. Ohne
Talent, Hartnäckigkeit und Rüstzeug wird das leider nichts. Qualität und Niveau
lassen zu wünschen übrig. Auf Dauer verzeihen die Leser das nicht. Erfolgreich
schreiben bedeutet, einen langen Weg hinter sich zu haben. Gespickt mit
Enttäuschungen, harten Kritiken und Versagensängsten. Lektoren, Agenturen und
Verleger sind unbarmherzig. Selbst wenn man es in die champions league der Schriftsteller
schafft, bleibt der ständige Kampf um Präsenz und Quoten. Es ist ein
Arbeitsmarkt, der härteste überhaupt, wie ich finde.

Welchen Charakter magst du aus deinen Büchern am liebsten?
Da sie meiner Fantasie entsprungen sind, mag ich sie alle. Natürlich
sind die Hauptprotagonisten immer etwas Besonderes. Ich denke da an den
vorlauten Eff Eff, an seine Sprüche, hinter denen ein liebenswerter, sensibler
Junge steckt. Ich liebe den pummeligen Klößchen, seinen langen Freund Huscher, Charlotte,
Mercédés und Motze, der nicht mehr Muschi heißen wollte. Auch Samantha, die
Zwillinge, Soraya und Großmutter Amelie aus dem ersten Teil der
Hexenkinderbücher haben mich über Jahre begleitet. Sie bleiben immer meine
Babys, meine Kinder. Und welche Mutter liebt ihre Kinder nicht?
 
 Gibt es auch einen Charakter, den du gar nicht magst?
 Natürlich. Die Antagonisten, die fiesen, bösen Charaktere,
die in jeden Roman gehören. Sie sind das Salz in der Suppe, die
Spannungsträger. Sie muss man nicht lieben, sondern nur erschaffen und dulden.
(Obwohl ich sie genau deshalb schon wieder toll finde) zu ihnen zählen Narbenpete,
die Piraten oder die drei mörderischen Brüder.
Du
hast erst Krimis und Kurzgeschichten geschrieben, wie kam es zum Kinder-
und Jugendbuch?
Ich liebe Kinder und für meinen ersten Roman erschien es mir
tatsächlich leichter, für sie zu schreiben. Ein großer Irrtum, wie ich heute
weiß. Das Gegenteil ist der Fall. Wortwahl, Themen und Verhaltensweisen der
Protagonisten in Kinder/Jugendbücher unterliegen weitaus schärferen Maßstäben,
als die der Protagonisten in der übrigen Belletristik. Erwachsenen darf man
alles andichten, Kindern nicht. Ihre Bücher müssen spannend, lehrreich,
anspruchsvoll und gespickt mit fantastischen Abenteuern sein. Eine
Riesenherausforderung, die gern unterschätzt wird.

In
deinen Bücher “Hexenkinder” geht es um das Thema Zeitreise,
wie kamst du dazu und würdest du gerne mal eine Zeitreise machen?
Es war Diana Gabaldon mit ihren Büchern, die mich noch heute
begeistern, die mich inspirierte, das Thema in der Kinderliteratur zu verwenden.
Außerdem wollte ich unbedingt wissen, wie es der heutigen Generation ergeht,
wenn Wohlstand und gewohnter Luxus plötzlich fehlen, wie sie sich verhalten werden,
ob sie es überhaupt meistern können. Sie haben es mir gezeigt und ich bin stolz
auf sie. Zu gern hätte ich sie begleitet, womit der zweite Teil der Frage
beantwortet ist. Für eine oder zwei Wochen, länger nicht. *kicher* Ich liebe
meine Dusche und eine ordentliche Toilette.
Wird
es noch einen dritten Teil geben?
Vorerst nicht. Aber Ideen und Lust hätte ich schon. Man soll ja nie,
nie sagen.
Woran
arbeitest du derzeit und was ist noch geplant?
Das ist natürlich geheim. Nur soviel sei verraten, es wird Liebe,
Mord und Mystisches vorkommen, verteilt auf mehrere Manuskripte und
unterschiedliche Genres. Geschichten für Erwachsene. Darauf freue ich mich
sehr.  

Das war das Interview, ich hoffe es hat euch gefallen.

Anlegestellen: 

01.06.

Buchvorstellungen

02.06. Verena von

Idee + Hintergrundgeschichte zu den Büchern

03.06. Lena von

Interview mit Sabine Bürger

04.06. Kata von

Epoche zu “Das Fenster in die Vergangenheit”
mit Schwerpunkt Hexenverbrennung

05.06. Barbara von

 Epoche
zu “Unter Piraten” mit Schwerpunkt Piraten

06.06. Silke von

Protagonisten-Interview

Natürlich gibt es auch etwas zu gewinnen 🙂 

Gewinne: 

Um das Print oder eines der e-books zu gewinnen, müsst ihr nur auf den
teilnehmenden Blogs kommentieren.

Manchmal auch eine Frage beantworten. Meine Frage an euch:
Was würdet ihr die Autorin noch fragen?

Je
öfter ihr kommentiert, desto größer sind eure Chancen.
Hier habt Zeit bis zum 07.06.2015 um 18 Uhr, am folgenden Tag wird ausgelost.
Teilnahmebedingungen: 

– Teilnahme ab 18 Jahren.
– Keine Barauszahlung des Gewinns.
– Kein Ersatz beim Verlust auf dem Postweg.
– Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Persönliche Daten werden nur für das
Gewinnspiel verwendet.
– Gewinn nur möglich mit Postanschrift in Deutschland.
– Gewinner werden per Mail benachrichtigt. Daher ist es wichtig das ihr eine
Kontaktmöglichkeit hinterlasst, gerade auch wenn ihr anonym kommentiert.

 


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12 Kommentare zu Blogtour – Hexenkinder von Sabine Bürger – Interview mit der Autorin

  1. karin sagt:

    Hallo und guten Tag,

    hat die Autorin noch bestimmte Wünsche und Träume, die sie sich gerne noch in nächsten 5 Jahren erfüllen möchte ?

    Bin gespannt auf mögliche Antworten..LG..Karin..

    • Hallo Karin, oh ja, ich habe noch viele Wünsche 🙂 Zuerst möchte ich gesund bleiben, dann noch viele Bücher schreiben, für die sich vielleicht eine Agentur oder ein großer Verlag interessiert. Aber besonders wünsche ich Gesundheit und Zufriedenheit für meine Familie.
      Liebe Sonntagsgrüße Sabine Bürger

  2. anja v-j sagt:

    das interview war spannend. tolle fragen und noch tollere antworten.
    also ich würde fragen, wie eine geschichte entsteht. ist sofort die ganze geschichte in kurzform da und wird dann ausgearbeitet oder gibt es nur eine grundidee oder erst die figuren?
    lg anja
    sina07ät web.de

    • Ja, liebe Anja, zuerst gibt es tatsächlich nur eine Idee. Sie reift und wächst, man geht ein wenig schwanger mit ihr, bis plötzlich die ersten Figuren im Kopf hinzukommen, die dann die Richtung bestimmen, in die es gehen soll. Dann gibt es kein Halten mehr. Das Exposé entsteht und das Schreiben beginnt. LG Sabine Bürger

  3. Ich würde sie noch fragen, woher sie ihre Inspirationen für die Bücher herholt.

    daniela.schiebeck@t-online.de

    Liebe Grüße,
    Daniela

    • Hallo Daniela! Genau kann ich das nicht sagen; das Leben ist voller Geschichten. Eine Zeitungsnotiz, ein Bericht, ein Gespräch, ein Buch. Ich liebe historische Literatur und diese Vorliebe für das Genre war es auch, einmal Kinder in die Zeit reisen zu lassen, die mich so fasziniert. LG Sabine Bürger

  4. Anonym sagt:

    Hallo ,

    Meine frage an die Autorin wäre konnte sie sich vorstellen im
    Mittelalter zu leben ?
    Ich wünsche Dir schönen Nachmittag 🙂

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt
    margareta.gebhardt@gmx.de

    • Für eine Woche wäre das durchaus reizvoll, liebe Margareta. Auf keinen Fall länger. Ich bin ein Kind der modernen Zivilisation und dazu gehört auf jeden Fall die Hygiene unserer Zeit. Schmutz und Verwahrlosung schrecken auch mich … LG Sabine Bürger

  5. Hallo,

    mich würde interessieren welchen Berufswunsch sie als Kind hatte.

    LG
    SaBine
    (kupfer-sabine@t-online.de)

    • Hallo Sabine! Mein größter Wunsch war es, Journalistin zu werden. Mich haben bereits in jungen Jahren Wort und die Schrift als Kommunikationsmöglichkeit begeistern können. Damals wurde daraus leider nichts. Umso leidenschaftlicher spiele ich heute mit Gedanken und Sätzen. 🙂 LG Sabine Bürger

  6. karin sagt:

    Hallo und guten Abend,

    nun bei Beitrag wird sich noch nicht in Luft ausgelöst haben oder?

    Einen Versuche möchte ich deshalb noch gerne starten.

    Mich würde interessieren, welche Wünsche und Träume die Autorin möglicherweise noch hat ?

    LG..Karin…

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