Arena Verlagsvorstellung – Vorstellung des Autors Rainer Wekwerths inkl Leseprobe

Hallo zusammen!

Heute möchte ich euch wieder einen Autor vorstellen, dieses Mal Rainer Wekwerth!

Seine Bücher:



Inhalt zum ersten Teil:
Das Labyrinth. Es denkt. Es ist bösartig.
Sieben Jugendliche werden durch Raum und Zeit versetzt.
Sie wissen nicht mehr, wer sie einmal waren.
Aber das Labyrinth kennt sie.
Jagt sie.
Es gibt nur eine einzige Botschaft an jeden von ihnen:
Du hast zweiundsiebzig Stunden Zeit das nächste Tor zu erreichen oder du stirbst.
Problem Nummer Eins, es gibt nur sechs Tore.
Problem Nummer Zwei, ihr seid nicht allein.
Meine Meinung zum ersten Teil:
„Das Labyrinth erwacht“ ist ein grandioser Trilogie Auftakt! Mich hat das Buch zu 100% begeistert! Besonders toll sind die Charaktere, die so facettenreich und unterschiedlich sind. Außerdem bietet es eine tolle Welt und viel Spannung. Eine ganz klare Leseempfehlung!
Die ganze Rezension findet ihr hier.

Inhalt:
Sarah Layken flieht vor der Realität – doch vor welcher?
Ein Junge will ihr helfen – doch woher weiß er von ihrem Problem?
Kein Leben ist wie das andere – doch welches ist das richtige?
Um das richtige Leben zu finden, um ihre Liebe wiederzutreffen, um ihren Bruder vor einem Unglück zu bewahren, muss Sarah Layken die gleiche Situation wieder und wieder durchleben. Sie kann sich immer wieder für ein neues Leben entscheiden, aber sie kennt vorher niemals den Preis, den sie dafür bezahlen muss.
Meine Meinung:
Wieder einmal konnte Rainer Wekwerth mich begeistern. “Blink of Time” ist eine schnelle, spannende Geschichte mit tollen Protagonistin. Ein klares MUST READ für alle, die spannende, actionreiche Geschichten mit einer tollen Idee mögen!
Die ganze Rezension findet ihr hier.

 
Inhalt zum ersten Teil:
Lara will ein paar aufregende Tage in Berlin verbringen. Doch hinter der Fassade der Großstadt verbirgt sich eine Welt, in der dunkle Kreaturen einen verbitterten Kampf austragen. Als Lara Damian kennenlernt, weiß sie nicht, dass sich durch ihn eine alte Prophezeiung erfüllen soll. Ein düsteres Familiengeheimnis legt sich wie ein Schatten über die beiden und bedroht ihre Liebe und ihr Leben.
Außerdem hat er eine Kurzgeschichte zu diesem Buch beigetragen:
Als Nubia erwachte, war es still. Weder in der Hütte noch im Dorf waren Geräusche zuhören. Selbst die Hunde schliefen. Neben ihr schlummerten ihre jüngeren Geschwister

Akin und Imara. Direkt vor dem Lehmherd lag ihre Mutter mit dem Baby, das drei Monate zuvor auf die Welt gekommen war. Ihre Eltern hatten den neuen Sohn Dayo genannt, große Freude – er war ihre Hoffnung auf ein neues Leben hier im Dorf, nachdem sie die Hauptstadt vor einem Jahr verlassen hatten.
Nubia kannte den Grund der Flucht nicht genau. Erwachsene sprachen mit einer Vierzehnjährigen nicht über solche Ereignisse, aber sie hatte Gespräche zwischen ihrem Vater und ihrem Großvater belauscht, bevor sie fliehen mussten. Von Krieg und Machtwechsel war die Rede gewesen. Von einer Militärregierung, die alle politischen Gegner gnadenlos verfolgte und tötete. Großvater hatte noch unter dem alten Präsidenten gedient, als Minister hatte er ein hohes Amt bekleidet, aber dann hatte sich ein neues Regime an die
Macht geputscht und man hatte ihn verhaftet. Seitdem war er spurlos verschwunden, und obwohl ihr Vater nie ein Wort darüber verlor, las sie in seinem Gesicht, dass er nicht glaubte, den alten Mann jemals lebend wiederzusehen. Mitten in der schwarzblauen Nacht hatten er und die Mutter die Kinder geweckt, und sie waren, auf einem

Lastwagen versteckt, aus der Hauptstadt geflohen. Weit weg an die Küste, wo sie niemand kannte, wo niemand wusste, dass ihr Vater der Sohn des berühmten Ministers Dikembe Mbola war. Zwar hatte dieser selbst keine politische Laufbahn eingeschlagen, aber als Rechtsanwalt seinen Teil zum Aufbau des Landes beigetragen, und er galt als Feind der neuen Machthaber. Ihr Vater lebte nun als einfacher Fischer mit seiner Familie unter einem indigoblauen Himmel. Nubia hatte sich an die neue Situation schnell gewöhnt, in der Schule fügte sie sich mit Leichtigkeit ein und sie mochte ihre Lehrerin. Das Leben am anderen Ende des Landes unterschied sich sehr von ihrem komfortablen Alltag in der Stadt mit all seinen Vergnügungen und den Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Hier am Meer war das Leben an die Gezeiten angepasst. An den Sonnenaufgang und -untergang. Es gab kein elektrisches Licht, keinen Fernseher, lediglich ein batteriebetriebenes Radio, aus dem Lieder erklangen, die von einer anderen Welt erzählten. 

Während die Tage und Wochen mit der neuen Dorfroutine verstrichen, beobachtete Nubia, dass ihr Vater ruhiger wurde. Und je mehr Ruhe ihr Vater ausstrahlte, desto mehr entspannte auch sie sich. War er anfangs noch jede Nacht bei dem kleinsten Geräusch hochgeschreckt und hatte die ganze Familie in Unruhe versetzt, so schien es Nubia nun, als habe er seinen Platz in der Gemeinschaft gefunden.
Die Männer im Dorf achteten ihren Vater, und obwohl er erst so kurz bei ihnen lebte, suchten viele seinen Rat oder kamen zu ihm, um über Dinge zu sprechen, die sie bewegten. Immer nahm sich ihr Vater Zeit für die Menschen, bot Essen und Trinken an. Nubia war über alle Maßen stolz auf ihn. Seine Wärme und sein Lächeln gaben ihr Mut und Hoffnung für die Zukunft. Oftmals nahm er sie in den Arm und sprach davon, dass jetzt ein neues Leben auf sie wartete. Ein Dasein im Sonnenschein und der Geborgenheit der Menschen, die mit ihnen lebten. »Kleine Wolke«, sagte er dann zu ihr. »Du wirst über
den Himmel ziehen und den Menschen Segen bringen.« Nubia wusste, ihr Vater wünschte sich, dass sie Ärztin wurde, und da er sich das so sehr wünschte, war es auch ihr Wunsch. Sie liebte ihren Vater, und in den Nächten, in denen er mit den Männern zum Fischen aufs Meer hinausfuhr, ging sie früh schlafen, damit sie am Morgen bei den ersten Strahlen der Sonne zum Strand laufen konnte, um ihm zu winken, wenn die Boote heimkehrten. Oft sangen die Männer an Bord fröhliche Lieder, dann wusste Nubia schon von Weitem am Ufer, dass sie einen guten Fang gemacht hatten. War es leise auf den Booten, wenn nur die Glut der schweigend gerauchten Zigaretten im morgendlichen Zwielicht glühte, dann war das Ergebnis der nächtlichen Arbeit dürftig und würde kaum reichen, die Familie satt zu machen. Aber selbst an solchen Tagen lachte ihr Vater. Er strahlte sie an, winkte ihr vom Bug des Schiffes zu und nahm sie in die Arme, sobald er auf den Steg gesprungen war. Da war Nubia glücklich und der Himmel über ihr vollkommen blau. Wie wird es heute sein?, fragte sie sich, erhob sich geräuschlos und schlich aus der Hütte. Draußen legte sie sich ein Tuch um die Schultern, die Nacht war frisch und der Morgen nur eine taubenblaue Ahnung am Horizont. Der Himmel über ihr war wolkenlos und es versprach ein schöner Tag zu werden. Die alte Ziege meckerte leise in ihrem Gehege, als Nubia sie im Vorbeigehen sachte kraulte. Ihre Mutter hatte erklärt, dass sie bald keine Milch mehr geben würde, dann müsse man sie schlachten und das Fleisch auf dem Markt im nächsten Dorf verkaufen. Selbst das Tier zu verspeisen kam nicht infrage, dazu war es viel zu wertvoll. Ihre Mutter hoffte, mit dem Erlös ein Zicklein erwerben zu können, das den Platz der alten Ziege einnehmen und eines Tages Milch liefern konnte. So waren sie unabhängig von den Preisschwankungen und dem Werteverfall. Nubia dachte über all das nach, während sie den Weg zum Strand hinunterspazierte. Das Dorf schlief noch. Nur aus wenigen Hütten drang der graublaue Rauch der ersten Herdfeuer. Fast immer lag wie heute auch ein herrlicher Geruch von Kochbananen in der Luft, dazwischen mischten sich der Duft von Yamswurzel und die Röstaromen von gebratenem Fisch. Nubias Magen zog sich knurrend zusammen, sie hatte am Abend zuvor nur eine Handvoll Reis gegessen. Bàbá wird uns einen großen Fisch fangen, dann essen wir heute Abend wie die Könige. Obwohl sie französisch erzogen worden war, sprach Nubia auch die Landessprache. Ihr Vater lachte immer, wenn sie Wörter verwechselte oder holprige Sätze formulierte, aber das machte ihr nichts aus, sie hörte gern sein tiefes, kehliges Lachen, das ihr das Gefühl von Geborgenheit und Glück gab. Der Pfad führte sie durch eine kleine Palmengruppe hindurch, dann breitete sich der leuchtende Strand vor ihr aus mit dem hölzernen Bootssteg, der auf so verrotteten Pfählen und Brettern ruhte, dass man fast Angst haben musste, durch eines der morschen Bretter zu fallen. Es waren noch keine Boote gelandet. Der alte Adjoa hütete im Sand ein loderndes Feuer, das er entzündet hatte, damit die Männer besser heimfanden. Seit Jahr und Tag saß er da, starrte in den himmelblauen Morgen und bat die alten Götter, über die Fischer zu wachen. Die Männer dankten es ihm, indem sie ihm einen Fisch abgaben, wenn der Fang reichte. Nubia ging zu ihm und setzte sich. »Guten Morgen, Aba«, sprach sie ihn mit dem alten Wort für »Vater« an. »Guten Morgen, Nubia. Sie sind noch nicht zurück.« »Ja, ich sehe es. Denkst du, heute ist ein guter Tag?« Der Alte hob die Nase in den Wind und schnupperte. »Jaja, sie werden einen ordentlichen Fang gemacht
haben.« Nubia war es ein Rätsel, wie er das machte, aber seine Vorhersagen trafen fast immer ein. Adjoa selbst behauptete, er könne das Wetter draußen auf dem Meer riechen und es verrate ihm all seine Geheimnisse. »Das freut mich.« »Gehst du fleißig zur Schule?« »Ja, Bàbá besteht darauf, er sagt, Bildung sei wichtig. Meine Mutter meint, dass ich lieber einen Fischer heiraten und wie alle anderen Frauen in der Hütte und auf dem Feld arbeiten soll. Bildung mache nur unglücklich, weil man so erfahre, was man alles nicht haben kann.«
»Deine Mutter vermisst die große Stadt«, entgegnete der Alte. »Nimm es ihr nicht übel. Dort war sie eine angesehene Frau mit einem Haus und Dienern und nun …?«
»… leben wir in einem Dorf und sind glücklich.«
»Du gehörst nicht hierher.«
»Warum sagst du das, Aba?«
»Ich sehe deine weichen Hände, das Leuchten in deinen Augen. Jungen Menschen wie dir gehört die Zukunft. Du solltest studieren und Ärztin werden.Stattdessen wirst du Maniok zerstampfen, bis deine Haut so rau wie meine ist.«
»Ich lebe gern hier. Bàbá hat endlich einen Platz und Ruhe gefunden.«
»Schreit er noch immer im Schlaf?«
»Manchmal, aber nicht mehr so häufig.«
Nubia und der alte Adjoa hatten sich im Lauf der Wochen und Monate schätzen gelernt. Der Alte hatte keine Familie mehr im Dorf, und Nubia vermutete, dass er in ihr das Enkelkind sah, das er nicht mehr kennengelernt hatte, da seine eigene Familie auf der Suche nach Arbeit fortgegangen war. Er hatte nie wieder etwas von ihnen gehört. Für Nubia war er ein Ersatzgroßvater geworden, mit dem sie über ihre Sorgen und Ängste sprechen konnte, ohne dass ihre Familie davon erfuhr. Nubia blickte erneut zum Horizont. Erste rötliche Schimmer glänzten auf dem Meer. Bald würde alles in flüssiges Gold getaucht werden und ihr Vater mit den anderen Fischern in den Booten zurückkehren. Sie
seufzte voller Ungeduld.
»Der Himmel ist anders heute«, behauptete der Alte.
»Wie meinst du das, Aba?«
»Wind kommt und bringt Regen. Viel Regen.«
»Aber das ist doch gut für die Felder.«
»Ja, und dennoch. Der Himmel ist anders, als er sein sollte.«
Was meinte er bloß? Adjoa hatte sich einen Stock gegriffen und stocherte damit im Feuer herum. Funken stoben in die Luft und schwebten davon. Er legte neues Holz auf, die Flammen loderten und die Schatten zeichneten tiefe Furchen in sein Gesicht. Er sieht aus wie ein Geist.Vielleicht war er das sogar. Ein Geist aus der Vergangenheit, 
der von alten Zeiten erzählte. Ein kühler Hauch strich über Nubia hinweg und sie fröstelte. Tatsächlich, Wind kam auf. Eine Weile saßen sie schweigend und starrten ins Feuer, dann verfärbte sich der Himmel und es wurde heller. Lila Streifen tauchten die weit entfernten Wolken
in ein überirdisches Licht und dann kam die Sonne über den Horizont und mit ihr das tiefe Blau des Himmels. So unendlich wie das Meer. Nubia erhob sich, legte die Hand flach über die Augen und schaute angestrengt auf die See hinaus. Sie blickte von links nach rechts, aber von den Fischerbooten war nichts zu sehen.
»Aba, ich kann sie nicht entdecken.«
Der Alte rappelte sich auf und trat neben sie. »DerHimmel ist heute anders«, sagte er.
Warum wiederholt er das dauernd? Wo ist mein Vater? Warum sehe ich die Boote nicht, höre nicht den Gesang der Männer?
Angst machte sich in ihr breit, aber Nubia versuchte, ruhig zu bleiben. Es hatte in der Nacht keinen Sturm gegeben, alles war in Ordnung, die Männer hatten sich einfach nur verspätet. Vielleicht war ihnen auch ein richtig großer Fang geglückt, und es hatte länger gedauert, die Netze einzuholen. 
Ihre Augen brannten, während sie wieder und wieder das Meer absuchte. Dann entdeckte sie etwas. Im Osten, hoch am Himmel, war ein schwarzer Fleck aufgetaucht. Fast sah es aus, als habe der Himmel einen Riss bekommen. Der Fleck hatte ausgefranste Ränder, und noch während Nubia darauf starrte, wirkte es, als würde er größer. Langsam, aber unerbittlich wuchs er, wie Tinte, die über Papier fließt.
Das Schwarz war so intensiv, dass es das strahlende Blau verdrängte, es nahezu auslöschte, nur ein Schimmer leuchtete noch an den dunklen Rändern. 
»Aba, sieh mal, der Himmel. Was hat das zu bedeuten? «, rief sie aus. Aber als sie sich nach Adjoa umblickte,war der Alte verschwunden.
Wie konnte er gehen, ohne dass ich es bemerkt habe? Ihre Blicke flackerten fiebernd über den Sand, der jetzt nicht mehr leuchtete, sondern eine graue, matte Färbung bekommen hatte. Keine Fußspuren. Eben noch hatte er neben ihr gesessen und mit ihr gesprochen und jetzt war er weg. Das Feuer war erloschen, nur kalte, verkohlte Zweige zeugten noch von seiner Existenz.
Ich verstehe das nicht! Was geschieht hier?

Der Himmel über mir“ von Rainer Wekwerth aus: „Das Blaue im Himmel“, © Arena 2015 bitte inkl. Link zum Titel: http://www.arena-verlag.de/artikel/das-blaue-im-himmel-978-3-401-60109-0

Morgen gibt es ein Interview mit dem Autor! Schaut unbedingt vorbei! 






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